Interviews

Die MkG-Redaktion hat sich fest vorgenommen raus zu gehen. Raus aus dem Büro und hin zu unseren Lesern, Autoren und Partnern. Die Gespräche, die wir auf unseren Ausflügen geführt haben, lesen Sie hier!


Pizza und eine Portion Rechtsberatung, bitte!

Für den Mandanten wird es immer normaler, juristische Dienstleistungen wie Schuhe oder Fastfood online zu bestellen, sagt Andreas Duckstein, Geschäftsführer des Legal Tech-Startups LAW-APOYNT der Helix Services GmbH. Im Interview stellt er seine Geschäftsidee vor und erklärt, mit welchen Strategien Kanzleien trotzdem auf Erfolgskurs bleiben.

Herr Duckstein, könnten Sie Ihr Produkt kurz vorstellen?

Unsere Plattform LAW-APOYNT verbindet einerseits Mandanten mit Anwälten, anderseits auch Anwälte untereinander. Im Prinzip betreuen wir den Gesamtprozess der Rechtsberatung: Von dem Zeitpunkt an, an dem der Mandant sich den Anwalt sucht, bis der Fall abgeschlossen ist.

Warum sollte der Anwalt Ihre Plattform nutzen?

Die Zielgruppe, die online nach Rechtsberatung sucht, wird immer größer. Mandanten, die heute Ende 20 bis Mitte 30 sind, werden in den nächsten Jahren den wirtschaftlichen Erfolg von Kanzleien maßgeblich prägen. Wer online nach einem Anwalt sucht und eine Kanzlei vermittelt bekommt, fällt in eine analoge Welt zurück. Er hat nicht die Möglichkeit zu sagen: Ich nehme jetzt diesen Anwalt und kommuniziere weiterhin digital mit ihm. LAW-APOYNT ermöglicht das. Das spricht die Zielgruppe an.

Könnten Sie Ihre Zielgruppe näher beschreiben?

Privatpersonen, aber auch Unternehmer, die häufig aus dem IT-Sektor kommen, mit dem Internet vertraut sind und dort auch viel regeln – Digital Natives, könnte man sagen. Diese Zielgruppe hat ein ganz anderes Verständnis von den Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien.

Was unterscheidet Sie von einer klassischen Anwaltskanzlei?

Für die Mandanten sind wir wie eine große Anwaltskanzlei, nur dass die Anwälte nicht alle unter einem Dach sitzen, sondern dass wir zu jedem Fachgebiet einen spezialisierten Anwalt stellen können. Gleichzeitig hat der Mandant das Gefühl, von einer Kanzlei betreut zu werden, nur die Bearbeiter sind unterschiedlich. In der Wahrnehmung der Anwälte sind wir dagegen schon ein wenig anders, eine Art Zusatz, der das eigene Portfolio erweitert.

Auf Ihrer Webseite erklären Sie, dass Sie für die unterschiedlichen Rechtsgebiete in den Städten Lizenzen vergeben. Was hat es damit auf sich?

Wer sich die Lizenz für eine Stadt in seinem Rechtsgebiet gesichert hat, muss nicht fürchten, dass ihm noch drei andere Konkurrenten hinterher sind. Er bekommt alle Anfragen aus dieser Region exklusiv und alleine. Das unterscheidet uns von reinen Vermittlern. Unsere Partneranwälte bilden ein Netzwerk, in dem sie miteinander arbeiten und sich nicht gegenseitig als Konkurrenz betrachten. Ich vermittle lieber zehn Mandanten an einen Anwalt, weil ich weiß, dass ich mich auf ihn verlassen kann, statt einen Mandanten an zehn Anwälte zu vermitteln. Als Gruppe sind wir überschaubar, aber dadurch umso effektiver. Zusammen stemmen wir große Projekte aus unterschiedlichsten Rechtsgebieten, weil jeder mit der gleichen Technik arbeitet.

Ihren Partneranwälten stellen Sie auch Legal Tech-Tools zur Verfügung. Welche sind das?

Viele sind Erweiterungen von Microsoft Office-Programmen, die Schnittstellen zu unserer Software bilden und Arbeitsprozesse vereinfachen. Wir bieten zum Beispiel etwas Ähnliches wie WhatsApp an. Die Austauschdaten laufen jedoch nicht über Amerika, sondern über sicherere Server aus Deutschland. Bei diesen Lösungen ist es uns wichtig, neue Weichen zu stellen, aber nicht alles anders zu machen. Selbst wenn der Anwalt ein Tool verstanden hat, muss er auch seine Mitarbeiter überzeugen. Das kann schwierig sein. Deswegen haben wir einen hohen Anspruch an Usability. Statt zu sagen, „Mach jetzt alles anders“, sagen wir, „Guck mal, kennst du das schon? Macht man im Prinzip wie früher, nur statt hier da klicken“. Von unseren Testpersonen haben wir gutes Feedback bekommen, weil sie die Anwendung schon ein Stück weit kannten und nicht viel Neues lernen mussten.

Wie lässt sich Social Media für die Rechtsberatung nutzen?

Aus meiner Sicht eignet sich Social Media nicht, um Anwälte als Personen zu vermarkten. Wenn die Beiträge eines Anwalts gut sind, bekommt er auf Twitter zwar viele Follower, aber das ist nicht Rechtsberatung. Das ist nicht der seriöse Anwalt, dem man alles erzählt, weil man ihm vertraut. Social Media eignet sich jedoch, um Content zu verbreiten. Juristen können es nutzen, um ihr Wissen nach außen zu präsentieren. Dieser Ansatz ist Teil des klassischen Content Marketing.

Wie könnte so ein Content Marketing konkret aussehen?

Zum Beispiel Blog-Beitrage, in denen der Anwalt juristische Grundfragen erklärt. Ein Leser als potentieller Mandant denkt sich dann im Idealfall: „Der hat Ahnung, zu dem gehe ich!“ Die meisten Menschen informieren sich schließlich im Internet über ihr Rechtsproblem, bevor sie zu einem Anwalt gehen.

Welche Herausforderungen kommen auf den deutschen Rechtsmarkt zu?

Der Markt erfindet sich gerade komplett neu. Die klassische anwaltliche Beratung wird zurzeit massiv umgekrempelt von Leuten, die verstanden haben, dass es für jemanden, der im Internet unterwegs ist, keinen großen Unterschied macht, ob er eine Pizza bestellt oder Rechtsberatung kauft. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass es viele Standard-Dienstleistungen in der Rechtsberatung gibt das klassische Brot-und-Butter-Geschäft, mit dem Kanzleien einen Großteil ihrer Einnahmen bestreiten. Diese Dienstleistungen werden massiv von Firmen abgegraben, die es schneller können, weil sie spezialisierte Technik nutzen, mit der sich die Arbeitsabläufe zum Teil automatisieren lassen. Wer sich nicht auf diese Entwicklung einstellt, muss in den nächsten Jahren mit Umsatzverlusten rechnen. Das muss jeder Kanzlei klar sein. Aus meiner Sicht ist die einzige Chance, sich darauf zu konzentrieren, was nur wir Anwälte können und nicht die Maschine. Gleichzeitig müssen wir unsere Mandanten stärker da abholen, wo sie sind.

Was meinen Sie mit „da abholen, wo sie sind“?

Im Alltag nutzen wir unsere Smartphones für alles Mögliche, egal ob beruflich oder privat. Warum nicht auch für Rechtsberatung? Wenn ich mein Geld per App hin und her schicken kann, dann kann ich auch per Handy einen Anwalt beauftragen. Gleichzeitig ermöglicht das Internet mehr Menschen Zugang zur Rechtsberatung. Viele gehen nicht zu einem Anwalt, weil sie Hemmungen haben. Das ist gravierend! Durch die anonyme Kommunikation im Internet können Hemmschwellen abgebaut werden.

Unterscheidet sich der junge Anwalt heute vom älteren?

Definitiv! Das Berufsbild hat sich in den letzten 20 Jahren komplett verändert vom elitären Fachmann zum strategisch denkenden Unternehmer. Das macht sich schon in den Strukturen bemerkbar. Es gibt nicht mehr einen Anwalt und seine Sekretärin. Da werden zum Beispiel noch Wirtschaftsprüfer mit ins Boot geholt. Man arbeitet heute viel häufiger projektbezogen und das über Kanzleigrenzen hinaus.

Mit welchen Vorurteilen haben Legal Tech-Unternehmen zu kämpfen?

Die meisten Kanzleien haben noch nicht den Ernst der Lage erkannt. Sie denken sich: „Brauche ich das schon? Reicht es nicht, sich in zehn Jahren damit zu beschäftigen?“ Aus meiner Sicht ist das zu kurz gedacht. Die Generation von Juristen, die heute etwa Mitte 30 ist und sich gerade selbstständig macht, hat verstanden, dass das nicht reicht. Technik sollte schon jetzt fest in den Kanzleialltag integriert werden. Jeder, der sich morgen damit auseinandersetzt statt heute, hat schon den Anschluss verloren. Die Zeit ist eigentlich schon letztes Jahr abgelaufen.

Herr Duckstein, ich danke Ihnen für das Gespräch!

Das Interview führte Bettina Taylor.

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LAW-APOYNT

Wir sind ein junges Legal Tech-Unternehmen, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Rechtsberatung effektiver zu gestalten und die Vorteile der Digitalisierung für Mandant und Anwalt bestmöglich zu nutzen. Mit unserem innovative Expertennetzwerk verbinden wir klassische Kanzleistrukturen mit technischer Expertise und gehen mit unseren Partnern gemeinsam den Weg der Digitalisierung der Rechtsberatung. Wir sind anders - wir ändern nichts, außer vielleicht alles!


Ilona Cosack im Interview: Über die MkG-Sonderausgabe „Die Wahl der ersten Anwaltssoftware“

Ilona Cosack ist Anwenderin und Expertin, sie kennt den Markt der Anbieter für Anwaltssoftware seit Mitte der 80er Jahre, hat den Wechsel von MS-DOS auf Windows aktiv verfolgt und miterlebt und dabei viele Verbesserungen aus Anwendersicht durchgesetzt. Im Interview verrät die Autorin, was Leser in der Sonderausgabe "Die Wahl der ersten Anwaltssoftware" erwartet.

1.Frau Cosack, an wen richtet sich die Sonderausgabe?

Die Sonderausgabe richtet sich an alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die bislang noch nicht mit Anwaltssoftware gearbeitet haben und jetzt über den Einsatz einer Anwaltssoftware nachdenken oder einen Wechsel ihrer Software in Betracht ziehen.

Ende 2016 ist das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) gestartet. Ab 01.01.2018 müssen Anwälte in ihr beA schauen. Bis dahin werden die Softwarehersteller Schnittstellen entwickelt haben, so dass die Verwaltung des beA mit dem Versenden und Speichern von elektronischen Nachrichten einfacher mit einer Kanzleisoftware funktionieren wird.

2.Warum sollte die Wahl der ersten Anwaltssoftware für eine Kanzlei wohlüberlegt sein?
Die Wahl einer Anwaltssoftware ist fast vergleichbar mit einer Ehe. Die Ehe schließt man auf Lebenszeit. Die Anwaltssoftware bleibt so lange, wie man seinen Anwaltsberuf ausübt. Eine Ehescheidung kommt statistisch häufiger vor als der Wechsel der Anwaltssoftware im Laufe des Anwaltslebens.

3.Wie hilft dieser „kleine Ratgeber“ dem Leser?
Er öffnet den Blick für die richtigen Auswahlkriterien. Was für den einen Kollegen gut ist, muss nicht zwangsläufig für den anderen Kollegen genauso gut sein. Vergleichen Sie es mit einem Auto: Als Familienvater liebäugelt man vielleicht mit einem Cabrio, entscheidet sich dann doch für den Van, weil der mehr Platz bietet und praktischer ist. Als Rechtsanwalt muss ich festlegen, welche Aufgaben die Anwaltssoftware erfüllen soll. Mittlerweile werden viele Programme modulartig angeboten und es ist wichtig, die richtigen Module auszuwählen. Der Anschaffungspreis einer Software ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Maßgeblich sind neben den Investitions- auch die Folgekosten, diese dauern ja das gesamte Berufsleben an. Erst eine gesamtheitliche Betrachtung ermöglicht, die richtige Entscheidung zu treffen.

4.Was kann Ihrer Erfahrung nach schiefgehen, wenn man die „falsche“ Software wählt?
Das kann teuer werden und Nerven kosten. Wenn die Bedienerfreundlichkeit einer Software zu wünschen übrig lässt oder mit Updates neue Fehler eingespielt werden, kostet das Zeit und Geld. Das kann die Handlungsfähigkeit einer Kanzlei blockieren. Spätestens ab 2022 wird die Korrespondenz mit den meisten Gerichten nur noch elektronisch erfolgen. Wer klug ist, passt auch die Arbeitsabläufe an diese geänderten Bedingungen an und stellt seine Kanzlei auf digitale Aktenführung um. Dann nimmt die Anwaltssoftware einen noch höheren Stellenwert ein, weil auf Dauer die Papierakte der elektronischen Akte weichen wird. Es gibt bereits Kanzleien, die auf die Führung von Papierakten verzichten und die Vorteile der elektronischen Akte nicht mehr missen wollen.

Die MkG-Sonderausgabe erscheint am 03.05.2017.

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Ilona Cosack, Inhaberin der ABC AnwaltsBeratung Cosack Fachberatung für Rechtsanwälte und Notare, berät und begleitet seit 1998 Anwaltskanzleien ganzheitlich als Expertin mit dem Schwerpunkt Anwältin und Anwalt als Unternehmer. Sie ist Autorin des Praxishandbuches Anwaltsmarketing und gibt in Fachpublikationen und als Referentin, auch für Rechtsanwaltskammern und Anwaltvereine, wertvolle Hinweise zur Umsetzung in die Praxis.


Pia Löffler (RAin) im Interview: „Kanzleimarketing kostet Zeit. Aber man muss sich die Zeit nehmen.“

Als Herausgeberin des Info-Portals kanzleimarketing.de erläutert Pia Löffler, was hinter dem neuen Angebot steht und warum sich erfolgreiche Rechtsanwälte Zeit für Marketing nehmen.

1. Frau Löffler, könnten Sie kurz erklären, was es mit dem Projekt kanzleimarketing.de auf sich hat?

Kanzleimarketing.de ist ein kostenfreies Info-Portal zum Thema Kanzleimarketing für Steuerberater und Rechtsanwälte: als Website mit Blog, auf dem wöchentlich ein aktueller Beitrag veröffentlicht wird. Außerdem findet man kanzleimarketing.de auf Facebook und Twitter – so kann man keinen Beitrag verpassen. Und einmal im Quartal erscheinen ausgewählte Blogbeiträge als E-Magazin.

2. Was bietet das Fachportal Rechtsanwälten?

Die Idee ist, Rechtsanwälte und Steuerberater kostenlos, auf den Punkt und ohne Marketing-Fachchinesisch über Kanzleimarketing-Themen zu informieren. Denn wir alle wissen: Kanzleimarketing ist nicht Teil der Juristenausbildung und im Kanzleialltag hat man kaum Zeit und selten Lust, sich neben der Kanzleiarbeit Fachlektüre zu „fachfremden“ Dingen zu Gemüte zu führen. Lesen muss man ja auch so genug … Die relativ kurzen Beiträge erleichtern es, sich diesem Thema nebenbei und trotzdem auf hohem Niveau zu nähern.

3. Warum sollte man sich als Rechtsanwalt mit Marketing befassen?

Auf diese Frage gibt es eine ganz einfache Antwort: damit man als Anwalt Geld verdient. Denn woher sollen Mandanten kommen, wenn man ihnen nicht mitteilt, dass es die eigene Kanzlei gibt und was man anbietet? Die Zeiten, in denen Mandanten „einfach so“ anrufen, sind definitiv vorbei – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Weil die Konkurrenz unter Anwälten derzeit eher größer wird, muss man auf sich und seine Beratungsdienstleistungen aufmerksam machen. Und je professioneller man das tut, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man die passenden Mandanten überzeugt. Gerade für Kanzleigründer – egal welchen Alters – ist es aus meiner Erfahrung existenziell, von Beginn an möglichst professionell Kanzleimarketing zu betreiben.

Ich würde aus meiner heutigen Erfahrung mein Geld eher in Marketing (Website, Suchdienstprofile etc.) investieren als in eine (zu teure) Büromiete. Hätte ich das 2010 gemacht, wäre ich vermutlich heute noch hauptberuflich Rechtsanwältin und nicht Marketingberaterin für Rechtsanwälte. (lacht)

4. Kostet Kanzleimarketing nicht Unmengen an Zeit, die dann für die „richtige Arbeit“ fehlt?

Ja. Kanzleimarketing kostet Zeit, die gefühlt für Mandatsbearbeitung fehlt – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber man muss sich die Zeit nehmen. Außerdem muss man ja nicht alles selber erledigen und kann das im Zweifel auch gar nicht. Aber dafür gibt es Marketing-Dienstleister, die einem die „lästige“ Marketingarbeit professionell abnehmen. Das sollte man in Anspruch nehmen, denn: Man muss diese Dienstleister zwar bezahlen, aber in der freigewordenen Zeit verdient man als Anwalt im Zweifel mehr Geld, als man für Dienstleister ausgibt.

Für größere Kanzleien lohnt es sich im Zweifel sogar, eine Stelle für Inhouse-Marketing zu schaffen – es muss ja nicht gleich eine Vollzeitstelle sein. Dazu findet man derzeit einen aktuellen Beitrag im Blog von kanzleimarketing.de: „Kanzleimarketing – nichts für nebenbei“ [http://www.kanzleimarketing.de/kanzleimarketing-nichts-fuer-nebenbei/] von Katharina Ebbecke.

5. Welche Themen stehen für die nächsten Monate auf dem Plan?

Wir werden uns mit den Themen beschäftigen, für die wir in unserem Blog eigene Rubriken haben. Und es wird noch eine neue Rubrik hinzukommen: das „Empfehlungsmarketing“.

Wir werden uns also ganz unterschiedlichen Themen aus dem klassischen Marketing widmen, wie z.B. Gestaltung von Marketingmaterialien (Visitenkarten, Broschüren etc.), Farbpsychologie, Kundenbefragungen oder Veranstaltungen. Im Bereich Online-Marketing geht es natürlich 2017 um Legal Tech. Der Fokus liegt hier aber dennoch auf sehr spezifischen Themen wie der lokalen Suchmaschinenoptimierung oder (berufs-) rechtlichen Vorgaben für Onlinemarketing.

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Pia Löffler ist Rechtsanwältin und Wirtschaftsjuristin. Sie gründete Mitte 2013 www.anwaltstexte.com, berät Rechtsanwälte im Bereich Onlinemarketing und erstellt mit einem Team juristischer Autoren Texte für Websites, Blogs, Social Media, Broschüren etc. Sie ist Autorin des Praxishandbuchs Onlinemarketing für Rechtsanwälte und der eBroschüre Anwaltssuche im Internet


Über Vernetzung, Selbständigkeit und junge Juristen MkG-Interview mit RA Volker Fritze


Welche typischen Aufgaben hast du als Regionalbeauftragter des FORUM?

Das FORUM Junge Anwaltschaft ist eine der größten Arbeitsgemeinschaften innerhalb des DAV. Als Mitglied sowie als Regionalbeauftragter geht es vor allem darum, die Interessen der jungen Kolleginnen und Kollegen zu kommunizieren und zu vertreten. Auf lokaler Ebene zählt für den Regionalbeauftragten dann natürlich auch die Vernetzung der Juristen untereinander zur Hauptaufgabe, beispielsweise durch die Organisation von Stammtischen oder anderen Veranstaltungen, und natürlich auch fachlichen Fortbildungen. Zwischen Junganwälten, egal ob selbständig oder angestellt, und erfahreneren Kollegen und Kolleginnen herrscht mitunter eine große Diskrepanz. Junge Anwälte kämpfen mitunter einfach ums „Überleben“, während die älteren Kollegen idealerweise schon gefestigt sind. Zwischen beiden Seiten sollte daher eine Brücke geschlagen werden, damit beide Seiten besser zueinanderfinden, sich verstehen und unterstützen können. Junge Anwälte sind die Zukunft – sie werden die juristische Welt in den nächsten Jahrzehnten gestalten. Da ist es wichtig, dass ein Maß an Kollegialität herrscht. Auch wenn man verbittert um die Sache kämpfen kann, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die anwaltliche Tätigkeit auch von gegenseitiger Fairness geprägt sein sollte.

Als Regionalbeauftragter bin ich zudem Ansprechpartner für diverse Fragen und Sorgen der jungen Juristen.


Was sind die häufigsten Fragen, mit denen sich die jungen Anwälte an dich als Regionalbeauftragter wenden?

Da ich ja auch im Arbeitsrecht tätig bin, wenden sich Kollegen gerne mit Fragen zu Anstellungsverträgen an mich. Auch Fragen zur richtigen, effektiven Abrechnung erreichen mich oft. Bei den Kollegen, die sich selbständig machen wollen oder es schon sind, erreichen mich ganz grundsätzliche Fragen zur Organisation des Büros, zur Fristwahrung oder wie man an Mandate kommt. Unsicherheiten entstehen oft in der allgemeinen Büroorganisation, bei der Frage nach der richtigen Krankenkasse, Nachzahlungen, Steuern, Zuschüssen zu Existenzgründungen etc. Das sind dann die Bereiche und Fragen, auf die es im Studium keine Antworten gibt.


Wie sehen dann deine Antworten aus?

Oft kann ich mich natürlich nur auf meine eigenen Erfahrungen berufen oder von anderen Kollegen berichten, mit denen ich mich über solche Dinge austausche. Häufig kann man die Ratsuchenden dann auch an Kontakte weitervermitteln, die echte Experten zum Thema sind. Wenn jemand zum Beispiel eine Kanzlei kaufen will und eigentlich steuerrechtliches Wissen benötigt, kann ich denjenigen an einen Kollegen vermitteln. Für alltägliche Fragen kann ich aber oft Antworten aus meinen eigenen Erfahrungswerten geben.


Wie wichtig ist das Vernetzen unter jungen Juristen?

Generell ist das Vernetzen unter jungen Juristen, aber auch innerhalb der ganzen Anwaltschaft, sehr wichtig. Wenn es zum Beispiel darum geht, Mandanten umfassend zu beraten und an die richtige Stelle weiterzuleiten. Wenn mein strafrechtliches Mandat sich etwa mit Fragen in erbrechtlichen Belangen an mich wendet, will ich ihn an einen Kollegen verweisen können, von dem ich weiß, dass mein Mandant dort gut beraten wird. Ebenso empfehlen mich dann auch Kollegen für strafrechtliche oder arbeitsrechtliche Fälle. Das ist dann nur fair und kollegial.

Jeder Anwalt möchte, dass sein Mandant umfassend beraten werden kann, auch wenn man das benötigte Fachgebiet nicht abdeckt. Durch eine gute Vernetzung kann ich immer einen Kollegen guten Gewissens weiterempfehlen.

Wie eben schon erwähnt ist darüber hinaus das Netzwerken auch für den kollegialen Austausch über Fragen zur anwaltlichen Praxis wichtig. Man lernt nie aus, besonders nicht, wenn man sich untereinander austauschen kann. Auf gute Ideen kommt man meist nicht, wenn man permanent einsam vor seinen eigenen Akten sitzt, sondern wenn man von anderen Kollegen neue Impulse bekommt und Rücksprache halten kann – dabei heißen die Mandanten selbstverständlich immer nur „A“ und „B“, um das Mandatsgeheimnis nicht zu verletzen.

So lernt man Dinge, die man in keinem Buch nachlesen kann. Ein gutes Beispiel: Bei der Haftprüfung trägt man keine Robe, das steht allerdings nirgendwo. Wenn man dann zum ersten Mal mit der Robe auftritt, wissen sofort alle Beteiligten, dass man ein Neuling ist.


Was hättest du gerne vor der Aufnahme deiner anwaltlichen Tätigkeit gewusst? Wärst du vielleicht zu einer anderen beruflichen Entscheidung gekommen?

Ich habe mir die Berufswahl sehr genau überlegt und wusste auch ziemlich gut, was auf mich zukommen wird. Ich hätte mich also nicht anders entschieden. Beim Strafrecht war es mir bereits zuvor bewusst, dass ich in der Regel schwierige Fälle bekomme.

Die einzig ärgerlichen Sachen sind dann beispielsweise die Buchhaltung, Steuern oder die Büroorganisation, die teilweise einen sehr hohen Anteil der Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Auch wenn man dies teilweise delegieren kann, muss man für sowas viel Zeit einplanen.


Was ist das Wichtigste im persönlichen Kontakt zum Mandanten?

Vor allem im Strafrecht muss man sich bewusst sein, dass man kein Komplize ist, sondern die rechtlichen Interessen des Mandanten vertritt. Der Mandant muss wissen, dass man sich zwar komplett für seine Sache einsetzt und mit allen Mitteln arbeitet, die die Strafprozessordnung hergibt, aber zusätzlich muss man deutlich machen, dass man sich nicht in die Verbrechen reinziehen lässt. Das ist im Zivilrecht ähnlich. Da heißt es dann schon mal: „Ich erzähle Ihnen jetzt, wie es wirklich war, und das Lügen übernehmen Sie dann.“ Auch wenn es zum Beispiel um Prozesskostenhilfe geht, der Mandant aber eigentlich nicht darauf angewiesen ist und trotzdem gerne sein zweites Konto verschweigen möchte, dann muss man dem Mandanten deutlich machen, dass man auf so einer Ebene nicht arbeitet. Wenn dies trotz klarer Kommunikation nicht eingesehen wird, sollte man das Mandat niederlegen.

Beim Strafrecht ist noch ein wichtiger Punkt, dass man z.B. sein Honorar rechtzeitig einfordert. Wenn man die Rechnung nach der Verhandlung stellt, zahlt in der Regel kaum jemand. Dies ist auch im Zivilrecht ähnlich. Das ist ein Punkt, der teilweise viel Ärger machen kann.

Grundsätzlich muss sich der Mandant gut aufgehoben fühlen, er muss erkennen, dass sein Anwalt die Lage versteht und sich darum kümmert. Gerade im Arbeits- und Strafrecht, wenn etwa persönliche, teils schwere Schicksale dahinterstehen, ist der persönliche Kontakt sehr wichtig.


Wo siehst du dich selbst in fünf Jahren?

Ich hoffe, dass ich meinen Ruf weiter aufgebaut habe und weiterhin interessante Mandate bekomme. Das ist das Ziel für die nächsten fünf Jahre und darüber hinaus bis zum Ende meiner Berufstätigkeit. Vor allem wünsche ich mir noch viele spannende Mandate im Strafrecht.


Was kannst du jungen Kollegen raten, die sich selbständig machen wollen?

Man braucht zwar Mut und es ist teilweise viel Arbeit, aber es lohnt sich durchaus, sich selbständig zu machen. Man hat andere Möglichkeiten als in einem Angestelltenverhältnis. Das kann Vor- und Nachteile haben.

Man muss sich daher immer wieder fragen: Was kann ich durch meine selbständige Tätigkeit anbieten, das in einem Angestelltenverhältnis nicht möglich ist? Was bieten andere nicht an? Wo kann ich mehr bieten?

Ich beispielsweise biete auch Besprechungen am Sonntag an: Die berufstätigen Mandanten können sich in der Regel keinen Urlaub nehmen, um zum Anwalt zu gehen. Dann muss man die Besprechung auch mal in den Abend oder auf das Wochenende legen. Ich selbst bin 24 Stunden am Tag über meine Notfall-Handynummer für meine Mandanten verfügbar. Wenn etwa eine Hausdurchsuchung oder Verhaftung geschieht, wissen meine Mandanten, dass sie mich jederzeit erreichen können.



Volker Fritzes Lesetipps für junge Juristen:

„DAV-Ratgeber für junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte“, hrsg. v. Deutschen Anwaltverein e.V.

„Erfolgreich starten als Rechtsanwalt“ von Dieter Trimborn von Landenberg

Für das Strafrecht:
„Handbuch des Strafverteidigers“ von Hans Dahs

„Die Philosophie der Verteidigung“ von Max Alsberg (1930)

Je nach Rechtsgebiet:

Diverse Blogs von Kollegen
Newsletter (z. B. juris-Newsletter)

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Zur Person

Volker Fritze ist Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Strafrecht und Arbeitsrecht und Regionalbeauftragter für den LG-Bezirk Bonn des FORUM Junge Anwaltschaft im Deutschen Anwaltverein.

Nach dem Abitur folgten für Volker Fritze zwei Jahre bei der Bundeswehr und dann das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Nebenbei machte er eine journalistische Fernausbildung und schrieb für Tageszeitungen und Musikzeitschriften. Inspiriert durch seine Tätigkeit als Gerichtsreporter am LG Köln und die dortigen Verhandlungen absolvierte er sein Referendariat in einer Kölner Kanzlei für Strafrecht. Seit 2013 ist Volker Fritze selbständig in seiner Kanzlei in Bonn tätig.


MkG-Interview mit Anne Kissner


Wie kamst du auf die Idee, den YouTube-Channel „BodyLaw“ zu gründen?

Das kam durch meinen Hauptkanal „BodyKiss“, auf dem es um Sport und ähnliche Themen geht. Hin und wieder wurde ich von meinen Zuschauern gefragt, was ich eigentlich hauptberuflich mache. Ich war damals noch im Referendariat. Als ich sagte, dass ich Jura studiert habe und mich im Referendariat befinde, kamen immer wieder Fragen dazu, wie ich im Studium gelernt habe, um die Massen an Stoff intus zu bekommen. Ich habe dann auf meinem Hauptkanal mal ein Video hochgeladen zum Thema „Meine Lerntipps zum Jurastudium“. Das kam sehr gut an und dann kamen immer mehr Fragen zum Jurastudium und zu meinen Erfahrungswerten – ich habe mir dann aber gedacht, dass es nicht passt, solche Videos auf meinem Fitnesskanal zu veröffentlichen, weil viele Leute einfach kein Interesse daran haben, meine Tipps zum Jurastudium zu hören. Deswegen haben wir dann den Kanal „BodyLaw“ gestartet, damit alle Leute, die es dann wirklich interessiert, dort meine Empfehlungen und Ähnliches sehen können.

Der Kanal richtet sich also speziell an Jurastudenten?

Ich fokussiere mich schon stärker auf Referendare und Studenten, aber ich muss auch sagen, dass es zurzeit einen Umschwung gibt, da mich viele nach Tipps zum ersten Vorstellungsgespräch oder zum Berufseinstieg – soll ich mich z.B. selbstständig machen oder nicht – fragen. Daher richten sich die Videos auch an junge Anwälte, auch wenn ich hauptsächlich mit Fragen zum Studium gestartet habe.

Neben deinem Studium hast du dir mit „BodyKiss“ bzw. „BodyShape“ ein eigenes Unternehmen aufgebaut. Mittlerweile arbeitest du auch als Anwältin. Ist es schwer, das miteinander zu vereinbaren?

Ja, ich würde schon sagen, dass das relativ schwer ist, da der Beruf als Rechtsanwältin schon ziemlich zeitintensiv ist, es ist ja nichts, was man einfach so nebenher machen kann. Ich hatte aber das Glück, dass ich schon zu Beginn eine Kanzlei gefunden habe, die es akzeptiert hat, dass ich nicht in Vollzeit arbeite, sondern zunächst drei Tage in der Woche. Das ist auch eher selten, da man natürlich nicht weiß, wie Gerichtstermine oder Ähnliches liegen, aber eigentlich hatte ich einen Start mit drei Tagen die Woche. Ich habe das dann wieder geändert. Als „BodyKiss“ und „BodyShape“ größer wurden und viel Arbeit erforderten, habe ich dann weiter runtergeschraubt und wirklich nur noch von zu Hause aus Akten bearbeitet. Deswegen ist es nicht ganz leicht. Dazu muss ich sagen, dass ich zukünftig weiter umschwenken werde: Da ich noch nicht weiß, wo es in Zukunft hingehen wird, ich das Dasein als Juristin aber nicht aufgeben möchte, habe ich mich jetzt nach längerer Überlegung entschieden, zu promovieren und tue dies jetzt an der Universität zu Köln.

Du hast dich also dafür entschieden, nicht nur Unternehmerin bzw. YouTuberin zu sein, sondern auch deine juristische Karriere weiterzuverfolgen?

Ja, ich möchte das auch nicht missen oder aufgeben. Ich muss immer betonen, dass das YouTube-Business sehr spannend und interessant ist und da geht es mittlerweile ja auch um richtig viel Geld. Man kennt es ja auch mittlerweile, dass YouTube-Influencer da mehr Einfluss auf die Meinung der jungen Leute nehmen als z.B. einige Schauspieler. Ich muss trotzdem sagen, dass die geistige Herausforderung mir sehr fehlen würde, wenn ich das Juristische jetzt aufgeben würde, daher will ich das auch weiterhin beibehalten und werde jetzt auch nie „YouTube-Star“ oder Ähnliches.

Was steht nach der Promotion an? Vielleicht sogar eine Karriere an der Universität?

Nein, ich denke nicht. Ich finde nicht, dass ich der beste Lehrer bin und deswegen würde ich auch nicht an die Universitäten gehen. Aber vielleicht geht es vielleicht eher ins Unternehmerisch-Juristische, da ich mittlerweile schon den Sprung schaffe, dass die Unternehmen wissen, dass ich nicht nur YouTuberin bin, sondern mich hauptsächlich rechtlich im Medienbereich auskenne. Ich promoviere auch im Bereich Neue Medien, YouTube und Produktplatzierung. Ich habe da also eine Brücke geschlagen, damit es mit dem zusammenpasst, was ich täglich mache. Es gibt mittlerweile viele Unternehmen, die sich für diesen sehr neuen Bereich interessieren und sich z.B. Gedanken um Produktplatzierungen in den Neuen Medien machen.

Konntest du durch deine Tätigkeit mit YouTube Vorteile bzw. Erfahrungen für deine juristische Karriere sammeln?

In der Promotion habe ich dadurch jetzt sicher Vorteile, mein Doktorvater fand es superinteressant, dass ich aus diesem Bereich komme. Wissenschaftliche Arbeiten haben ja meist das Problem, dass sie nicht aus der Praxis geschrieben werden, sondern aus der Theorie. Es ist ja normalerweise so, dass man nach dem ersten Examen den Doktor schreibt, und dann weiß man rein theoretisch erst mal wenig über die Praxis. Und ich schreibe jetzt über ein Thema, bei dem ich sowohl als Juristin als auch als YouTuberin schreibe und deswegen habe ich natürlich etwas stärkere Einblicke in das YouTube-Business und weiß, was da wirklich hinter den Kulissen passiert.

Kennen dich einige Mandanten sogar aus deinen YouTube-Videos?

Meine damaligen Mandanten, also als ich damals noch für die Kanzlei gearbeitet habe, eigentlich nicht. Ich denke auch, das liegt daran, dass ich damals mehr im Arbeitsrecht tätig war und der Durchschnittsmandant in diesem Gebiet doch vielleicht etwas älter ist. Und ich denke nicht, dass die so viel auf YouTube unterwegs sind – da hatte ich relativ wenig junge Mandanten.

In den Kommentaren unter den Videos und auch in der Facebook-Gruppe tauschen sich deine Zuschauer sehr konstruktiv und rege über das Thema Jurastudium aus. Häufig hört man jedoch von einem kalten Konkurrenzdenken speziell unter Jurastudenten. Wie siehst du das?

Ja, das war auch ein Grund, warum die Facebook-Gruppe ins Leben gerufen wurde. Das ist mir bei „BodyLaw“ auch ganz wichtig. Wir sind ja bekannt dafür, dass wir Juristen eher so eine Ellenbogenmentalität vermitteln, Bücher werden versteckt und Ähnliches. Aber ich finde, es gibt sehr viele Juristen, die nicht so sind, und ich will auch durch die Gruppe zeigen, dass wir auch anders sein können. Deshalb finde ich es auch toll, dass sich die Zuschauer und Gruppenmitglieder gegenseitig unterstützen und auch Fragen gegenseitig in den Kommentaren beantworten. Ich denke nicht, dass das untypisch ist für Juristen, aber meist hat man in der öffentlichen Wahrnehmung eher die schwarzen Schafe im Kopf und nicht den Großteil, der ganz anders ist.

Über deine Zukunftspläne haben wir ja schon geredet. Aber wie sieht es in Zukunft mit deinem Kanal „BodyLaw“ aus? Du betreibst diesen ja neben deinem Hauptkanal „BodyKiss“. Soll der in Zukunft noch ausgebaut werden?

Es wird immer nur der Nebenkanal bleiben. Ich denke, dafür ist die Sparte einfach zu klein – nicht jeder interessiert sich unbedingt für Jura, aber ich werde ihn weiter betreiben. Es kommen zwar nicht so viele Videos, da die Inhalte ja irgendwie begrenzt sind. Aber ich werde immer wieder welche hochladen und gucken, was entwickelt sich in diesem Bereich weiter. Etwa Online-Repetitorien. Die gab es zu meiner Zeit z.B. noch nicht – über so was möchte ich auch berichten. Aber trotzdem wird es immer die kleine Schwester vom Hauptkanal bleiben.

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Anne Kissner ist Juristin. Zu großer Bekanntheit hat die 28-Jährige es allerdings durch ihren YouTube-Kanal „BodyKiss“ geschafft, auf dem sie seit ihrer Examens- und Referendariatszeit in 2013 Videos über Fitness und Ernährung veröffentlicht. Aus dem anfänglichen Hobby entwickelt sich ein ganzes Unternehmen: Die YouTube-Videos dienen mittlerweile als Vertriebskanal für das mit ihrem Freund gegründete Unternehmen „ BodyShape“, das als Abo-Modell Zugang zum persönlichen Fitnessprogramm liefert.

Der YouTube-Kanal „BodyKiss“ kann mittlerweile über 200.000 Abonnenten und über 20 Mio. Aufrufe verzeichnen. Als Zweitkanal gründete Anne Kissner 2015 „BodyLaw“, auf dem sie Videos rund um das Thema Jura hochlädt – seien es Tipps zur Examensprüfung, die rechtlichen Aspekte der Kündigung des Arbeitsvertrags oder Antworten zum Berufseinstieg. Neben dem YouTube-Kanal mit knapp 8.000 Abonnenten haben Interessierte auch die Möglichkeit, sich in der dazugehörigen Facebook-Gruppe auszutauschen.


5 Fragen an Jutta Weil, Rechtsanwältin und Verlagsleiterin des Deutschen Anwaltverlags, über die neue Abrechnungslösung „AnwaltsGebühren.Online“


1. Worum handelt es sich bei AnwaltsGebühren.Online genau?

AnwaltsGebühren.Online (AGO) ist eine neue Webanwendung, mit deren Hilfe Rechtsanwälte ihre Rechnungsstellung optimieren können.

2. Aber sogenannte „Gebührenoptimierer“ gibt es bereits viele auf dem Markt. Was unterscheidet das Produkt von anderen?

Bedingt durch die Komplexität des RVG ist es für einen Anwalt bzw. seine Kanzleikräfte oft nicht einfach, sämtliche mögliche Gebührentatbestände, Sätze und Spielräume bei der Abrechnung eines Falles zu erkennen und zu berücksichtigen. Im Ergebnis führt dies dazu, dass ein nennenswerter Anteil aller Rechtsanwaltsrechnungen höher ausfallen könnte, wenn sämtliche zutreffenden Berechnungsoptionen und Tatbestände des RVG bekannt wären. Hier hilft AnwaltsGebühren.Online, denn es ist ein „intelligentes“ Programm, das nicht nur durch die Rechnungserstellung führt, sondern das Wissen von Experten an der richtigen Stelle heranzieht – noch während die Abrechnung bearbeitet wird. Das ist der entscheidende Vorteil von AnwaltsGebühren.Online.

3. Was genau bedeutet „Expertenwissen“?

In unseren Produktentwicklungs-Workshops mit unseren Gebühren-Experten, Norbert Schneider, Edith Kindermann und Thomas Schmidt kamen wir sehr schnell zu dem Ergebnis, dass das Know-how nicht über eine Abrechnungslogik, sondern am besten durch speziell für AGO erstellte Erläuterungen, Hilfestellungen und Optimierungshinweise vermittelt werden soll. Diese wichtigen kleinen Informationseinheiten werden passgenau zu jedem Schritt des Abrechnungsprozesses dem Anwender eingespielt. Fachwissen, das wir ja bereits in unseren Titeln zum Gebührenrecht gebündelt haben ist nun für die konkrete Abrechnung des Anwenders sachgerecht zugeschnitten und aufbereitet.

4. Und wie wurde das Expertenwissen in das Programm integriert?

In einem sehr zeitintensiven und aufwändigen Prozess hat ein Redaktionsteam von Fachleuten einen Großteil unserer Titel aus dem gebührenrechtlichen Programm – darunter der 3.500 Seiten starke RVG-Kommentar von Norbert Schneider – unter prozessorientierten Aspekten ausgewertet und die so gewonnenen Informationseinheiten kontextbezogen über ein Redaktionssystem eingepflegt und regelmäßig aktualisiert. Auf diese Weise erhält wiederum der Benutzer während der Erfassung seiner Abrechnungsdaten zielgenaue Erläuterungen und Entscheidungshilfen zu den einzugebenden Daten. Mit Hilfe dieser Erläuterungen fällt es dem Anwalt natürlich deutlich leichter, die Relevanz einer abgefragten Position für seinen Sachverhalt zu überprüfen und einzuordnen. Und diese Form der „geführten Rechnungserstellung“ unter Berücksichtigung der aktuellsten Rechtslage schlägt sich für den Anwalt im Ergebnis nieder: Er erhält eine Abrechnung, die er unter optimaler Ausnutzung aller einschlägigen Vorgaben des RVG erstellt hat.

5. Für wen eignet sich AnwaltsGebühren.Online insbesondere?

Dieses Programm unterstützt jeden Anwalt (und seine Kanzleimitarbeiter) dabei, das Optimum aus seinen Abrechnungen herauszuholen. Für Junganwälte und Kanzleigründer ist die Lösung natürlich besonders empfehlenswert, da gerade ihnen die Routine und das Wissen in Sachen Gebührenabrechnung fehlen. Erfahrene Anwälte profitieren von einem breiten Wissensspektrum und aufbereitetem Fachwissen, das sich stets auf dem aktuellen Stand befindet. Zudem ersparen sie sich die Zeit für das Nachschlagen in der Fachliteratur, da das Programm auf die Erfahrung der Experten zurückgreift.

Weitere Informationen finden Sie unter www.anwaltsgebuehren.online

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5 MkG-Fragen an Swen Walentowski, den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer und Pressesprecher des Deutschen Anwaltvereins (DAV) zum Thema Mitgliedschaft


Herr Walentowski, würden Sie als Junganwalt, der auf die Kosten achten muss, Mitglied in Ihrem Verein werden?

Wenn ich den Deutschen Anwaltverein und das FORUM Junge Anwaltschaft nicht kennen würde, wohl nicht. Ich würde mir aber Gedanken machen, wer meine Interessen vertritt, wer mich beim Start in den Beruf unterstützt. Aber wenn ich mich mit der Frage beschäftige, welche Vorteile mir eine Mitgliedschaft bringen kann, dann sicherlich schon. Deshalb ist es dem DAV wichtig, schon frühzeitig mit dem anwaltlichen Nachwuchs in Kontakt zu treten.

Was sind nach Ihrer Einschätzung die drei wichtigsten Mitgliedervorteile – gerade für einen jungen Juristen?

Es gibt beispielsweise das „Anwaltsblatt Karriere“. Zweimal im Jahr beliefern wir die juristischen Fakultäten mit dieser Publikation. Darin sind viele praktische Informationen auch schon für die Studenten enthalten. Mitglied im FORUM Junge Anwaltschaft kann ich bereits als Referendar werden und mich von den Vorteilen überzeugen. Bei den Vereidigungsterminen gibt es ebenfalls regelmäßig ein Begrüßungspaket des DAV. Diese Vielzahl der Kontakte ist notwendig, um für die Mitgliedschaft zu werben. Insbesondere für junge Juristen dürfte die Mitgliedschaft im FORUM Junge Anwaltschaft des DAV bei gleichzeitiger Nutzung fast sämtlicher Mitgliedsvorteile wichtig sein. Es sind aber nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile. Nicht jede Kollegin bzw. jeder Kollege denkt ausschließlich in Mehrwertkategorien. Wir vertreten auch die Interessen und nehmen Einfluss auf die Berufsausübungsbedingungen der Anwaltschaft. Gerade für die jungen Kolleginnen und Kollegen setzen wir uns beispielsweise dafür ein, dass das System der Fachanwaltschaften kein „Closed Shop“ wird und auch der anwaltliche Nachwuchs dahin strömen kann. Es sind also folgende Gedanken, die die wichtigsten Vorteile bieten:

• Kommunikation und Netzwerk durch das FORUM Junge Anwaltschaft

• Interessenvertretung auch des anwaltlichen Nachwuchses

• Mitgliedschaft in einer der 30 DAV-Arbeitsgemeinschaften zu verschiedenen Fachgebieten

• günstige Fortbildungsmöglichkeiten

Wie hoch ist der Beitrag für die Mitgliedschaft und wo kann ich mich anmelden?

Hier müssen wir differenzieren: Man kann zunächst allein in das FORUM Junge Anwaltschaft des DAV eintreten. Der Jahresbeitrag beträgt hier 50 Euro. Ist man Mitglied eines örtlichen Anwaltvereins, reduziert sich der Jahresbeitrag um 50 %. Nach zwei Jahren muss man aber auch Mitglied in einem dem DAV angeschlossenen örtlichen Anwaltverein werden. Die Mitgliedsbeiträge der örtlichen Anwaltvereine sind unterschiedlich. Sie bewegen sich zwischen 140 und 320 Euro, je nachdem, welche Leistungspalette der jeweilige Anwaltverein anbietet. Beim DAV kann man die Beiträge unter www.anwaltverein.de/de/ueber-uns/oertliche-anwaltv... einsehen.

Können Sie uns erklären, wie sich die Mitgliedschaften im FORUM Junge Anwaltschaft und die im Anwaltverein miteinander verhalten?

Als Mitglied des FORUM Junge Anwaltschaft kann man schon von vielen Leistungen der Mitgliedschaft eines örtlichen Anwaltvereins profitieren. Man erhält nicht nur das Anwaltsblatt, sondern hat auch die Möglichkeit, viele Vorteile aus den Rahmenabkommen des DAV zu genießen. Das FORUM Junge Anwaltschaft ist auch sehr gut in der Fläche durch die Regionalbeauftragten präsent. Diese arbeiten auch regelmäßig mit den örtlichen Anwaltvereinen zusammen.

Welchen Mitgliedervorteil haben Sie noch nicht, den Sie sich für Ihre Mitglieder aber wünschen würden?

Am schönsten wäre es, wenn der DAV nicht nur versuchen müsste, auf den Gesetzgeber

einzuwirken, sondern die Regeln selber schreiben könnte. Gerne würde ich aber unter dem Motto „Günstige Schokolade für alle“ mit allen führenden Süßwarenherstellern eine Kooperation abschließen, die allen Mitgliedern einen 50%igen Nachlass gewähren. Zum Glück haben wir – um dies auszugleichen – beispielsweise mit einer Fitness-Kette bereits eine Kooperation. Im Ernst: Wir arbeiten stets an der Weiterentwicklung der Angebote für die Mitglieder. Viele Aufgaben stehen uns bevor: fit machen für den elektronischen Rechtsverkehr, fit machen für die Zukunft. Dabei müssen wir die Angebote ständig erweitern und offen sein für neue Ideen, die wir vielleicht jetzt noch nicht alle kennen. Hierzu hilft auch unsere mit der Prognos AG erarbeitete Studie „Der Rechtsdienstleistungsmarkt 2030“.

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